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29.10.2007 - SWL Strompreis zur Jahreswende 06-07

Für kleinere, lokale Versorger bedeutet dies nach Auffassung von Siegfried Müller, dass sie keinen wirklichen Preisvorteil beim Stromeinkauf erzielen können. „Es wird durch diese Politik immer klarer, was die Politik will: Nämlich den großen Energieversorgungsunternehmen über Zusatzgewinne einen Wettbewerbsvorteil mit Blick auf den europäischen Markt zu verschaffen." Sofern es kurzfristig - etwa an der Strombörse - zu einem Einkaufsvorteil komme, an dem auch die kleinen Versorger partizipieren könnten, werde dieser Vorteil durch den Staat dann wieder vernichtet. „Börse hin oder her - das ist kein freier Markt, das ist Protektionismus zugunsten der Großunternehmen", so Müller.

 

Aktuell sei man darauf eingestellt, dass für 2005 rund 23 Mio mehr Zertifikate zugeteilt worden seien, als Europas Industrie benötigt habe, hieß es. Einige Analysten sagen 100 bis 200 Mio Lizenzen zuviel voraus. In der EU wurden 2005 den Betreibern energieintensiver Anlagen rund 2 Mrd Zertifikate kostenlos zugeteilt. Sie laufen bis Ende 2007.

 

Umgehend hatten die großen Energieunternehmen die CO2-Zertifikate in den Strompreis eingepreist. „Wenn es darum geht, Gründe zu finden für die Verteuerung von Öl, Gas und Strom, dann sind die Großen immer sehr fix. Wenn aus den gegenteiligen Gründen die Preise sinken müssten, hört man nichts von den Energieriesen." Auch Politiker aus SPD und Union sowie der BUND hatten sich in den letzten Wochen kritisch zur Preispolitik der großen Energieunternehmen geäußert.

Nach einem Bericht der "Bild" sind die Strompreise in Jahresfrist im bundesweiten Vergleich um bis zu 6,9% gestiegen. Ein Drei-Personen-Musterhaushalt mit 3500 kWh Jahresverbrauch zahle in Brandenburg basierend auf den im Mai gültigen günstigsten Tarifen aufs Jahr gerechnet 740 Euro statt 692 Euro ein Jahr zuvor. Dies seien 6,9% mehr. In Thüringen stiegen die Kosten im Schnitt um 4,6% auf 737 Euro, im Saarland um 3,9% auf 732 Euro, in Hamburg um 5,4% auf 727 Euro, in Niedersachsen um 3,4% auf 648 Euro, in Bayern um 3,4% auf 665 Euro und in NRW um 3,8% auf 671 Euro. In Hessen seien die Preise mit 656 Euro unverändert geblieben, so die Zeitung.

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