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28.08.2008 - Stadtwerke haben PFT im Griff - Filteranlage hat Test bestanden - Wasserwerk Eikeloh wieder am Netz

(vom 29.08.2008)

Lippstadt. Die latente Gefährdung des Trinkwassers in Lippstadt mit PFT ist nun endgültig gebannt. Die Stadtwerke nahmen am Wasserwerk Eikeloh jetzt eine Aktivkohlefilteranlage in Betrieb, die die PFT-Rückstände, soweit vorhanden, aus dem Trinkwasser ausfiltert. Eikeloh liefert rund 10 Prozent der jährlichen Trinkwassermenge von 3,7 Mio m³ pro Jahr. Das Wasserwerk musste im Jahre 2006 unmittelbar nach Bekanntwerden der PFT-Belastung vom Netz genommen werden. In der Spitze wurden bis zu 400 Nanogramm PFT pro Liter Trinkwasser gemessen. Der Grenzwert liegt bei 100 Nanogramm. In der Zwischenzeit war die fehlende Wassermenge aus einem Tiefenbrunnen in Eikeloh bezogen worden. Die Stadtwerke Lippstadt erhielten hierzu von der Unteren Wasserbehörde im Kreis Soest die Erlaubnis zur Nutzung des artesischen (natürlichen) Überdruckes dieses Brunnens. Zusätzliche Bohrungen waren somit nicht erforderlich. Die Erlaubnis gilt zunächst bis 2013. Aktuell liegt der PFT- Wert unterhalb der Nachweisgrenze.

„Wir sind ganz froh, dass wir nach langer Test- und Entwicklungszeit unser Wasserwerke jetzt wieder ans Netz bringen konnten", so Martin Sandknop, Bereichsleiter Gas und Wasser bei den Stadtwerken in Lippstadt. Zunächst hatten die Stadtwerke einige Wochen die Entwicklung der Messwerte in der Erwartung beobachtet, dass die PFT-Werte durch Auswaschung des Bodens von alleine wieder sinken würden. „Wir mussten aber erkennen, dass die Schwankungen unberechenbar waren. Deswegen haben wir uns mit der Entwicklung der Aktivkohle-Filter-Anlage befasst, so SWL-Geschäftsführer Siegfried Müller. Die Filter-Anlage wurde von SWL-Ingenieuren selber entwickelt und liegt mit einem Investitionsvolumen von rund 50.000 € um 90 Prozent unter dem, was eine vergleichbare leistungsfähige Anlage am Markt gekostet hätte. Die Anlage besteht aus einem Hauptfilter, der das Wasser anschließend in einen so genannten Polizeifilter weiter gibt. „Arbeitet der Filter korrekt, darf im Polizeifilter nichts zu finden sein. Sobald das der Fall ist, wird der Hauptfilter ausgetauscht und der Polizeifilter wird zum Hauptfilter. Das frische Filtermaterial wird dann als neuer Polizeifilter eingesetzt", erläutert Martin Sankdop das Verfahren. Die Filterwerte werden täglich kontrolliert.

Das Trinkwasser für Lippstadt wird aus drei Quellen bezogen: Rund 90 Prozent der Jahrestrinkwassermenge (= 4 Mio m³ Rohwasser) werden im Wasserwerk Lipperbruch sowie im Wasserwerk Fichten aufbereitet. Daneben liefert eine kleine Menge (10 Prozent der Jahrestrinkwassermenge) das Wasserwerk Eikeloh. Trinkwasser gilt als das in Deutschland am stärksten kontrollierte Lebensmittel. Auch die Stadtwerke Lippstadt lassen das Trinkwasser regelmäßig durch das Hygiene-Institut in Gelsenkirchen überwachen.

Hintergrund:
Ins Rollen gekommen war der PFT-Skandal in Westfalen im Sommer 2006: Damals hatte das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn (IHÖG) erhöhte PFT-Konzentrationen in der Ruhr sowie in der Möhne gefunden und die zuständigen Behörden informiert. Die Humantoxizität (= Giftigkeit für Menschen) ist immer noch nicht abschließend geklärt. Perfluorierte Tenside (PFT) werden in der Natur nur sehr langsam abgebaut und auch in Kläranlagen nur bedingt entfernt. Bei PFT handelt es sich um sehr stabile Verbindungen, die u.a. bei der Verarbeitung von Gebrauchsgegenständen, bei der Herstellung von Fluorpolymeren (z.B. PTFE), bei der Papierveredelung, in Feuerlöschmitteln und in Reinigungsmitteln eingesetzt werden. PFT ist kein natürlicher Stoff, sondern das Resultat von industriellen Herstellungsprozessen. Auffällige PFT-Konzentrationen gibt es in Deutschland außer in Westfalen nur noch am Niederrhein und in Niedersachsen. Auf die Äcker im Sauerland (insbesondere bei Brilon-Scharfenberg) kam PFT ganz offenbar, weil es in Düngemitteln (Klärschlämmen) enthalten war, die von Landwirten auf die Ackerflächen aufgebracht worden waren.

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