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12.06.2009 - Tracerversuch bringt den Beweis - PFT kam von Rüthener Ackerfläche - Staatsanwalt ermittelt weiter

(vom 15.06.2009)

Lippstadt. Die Stadtwerke Lippstadt GmbH hat durch einen Tracerversuch nachweisen können, dass ein bereits saniertes, ehemals stark mit PFT (Perfluorierte Tenside) verseuchtes Feld in Rüthen mit der PFT-Belastung des Rohwassers in der Quellfassung Eikeloh zusammenhängt. Durch ein Markierungsmittel wurde nachgewiesen, dass es einen direkten unterirdischen Fließweg zwischen der Bodenfläche in Rüthen und der Quellfassung in Eikeloh gibt. Wie Martin Sandknop, Betriebsleiter Wasser bei den Stadtwerken Lippstadt erklärt, habe die Auswertung eindeutige Ergebnisse erbracht. Martin Sandknop: „Das Gutachten belegt, dass die Fläche in Rüthen eine Quelle für die PFT-Belastung in Eikeloh darstellt." Hinzu kämen diffuse Einträge aus weiteren Flächen. SWL-Geschäftsführer Siegfried Müller: „Aufgrund des klar nachgewiesenen Fließpfades kann das Verfahren von der zuständigen Staatsanwaltschaft jetzt weiter verfolgt werden."

Die Stadtwerke Lippstadt hatten schon länger den Verdacht, dass die PFT-Belastung auf der Fläche in Rüthen etwas mit der PFT-Verschmutzung in Eikeloh zu tun haben könnte. Martin Sandknop: „Auf einer rund 2,5 ha großen Fläche nördlich von Rüthen waren im Jahr 2007 erhebliche Bodenbelastungen an PFT festgestellt worden. Diese Fläche kam aufgrund der geologischen Situation als eine Quelle für die Belastung in Frage." Der Kreis Soest hat diesen stark mit PFT belasteten Acker im vergangenen Jahr mit erheblichem Einsatz öffentlicher Mittel saniert. Um mögliche Fließwege zwischen dieser Fläche und der Quellfassung in Eikeloh zu prüfen, hatten die Stadtwerke Lippstadt zusammen mit dem Büro Schmidt und Partner, der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und in Abstimmung beteiligter Fachbehörden einen Tracerversuch konzipiert und durchgeführt. Der Tracerversuch fand von November 2008 bis März 2009 statt. Sandknop: „Der Versuch ging so vonstatten, dass das Grundwasser auf dem Feld in Rüthen mit einem unsichtbaren und für die Gesundheit unbedenklichen Färbemittel namens Uranin versetzt wurde. An fünf verschiedenen Stellen in Höhe der B1 haben wir dann aus dem Fließwasser Proben entnommen. In allen war das Uranin nachzuweisen."

Im Rohwasser der Quellfassung Eikeloh waren erstmals im Jahr 2006 PFT-Gehalte gemessen worden, die über dem vorgegebenen Leitwert von 300 ng/l lagen. Die Quellfassung Eikeloh wurde daher vom November 2006 an außer Betrieb genommen. Die Stadtwerke Lippstadt GmbH ergriffen daraufhin Maßnahmen zur Aufbereitung des von der Quellfassung Eikeloh entnommenen Grundwassers. Dazu wurde eine Aktivkohle-Anlage im Wasserwerk Eikeloh in Betrieb genommen. Wie sich nach Tests herausstellte, kann das Wasser mit Hilfe der Aktivkohle komplett von der Industrie-Chemikalie PFT befreit werden. Die Trinkwasserversorgung der Stadt Lippstadt erfolgt seit dem 06.08.2008 wieder wie zuvor zu 10 % durch das Wasserwerk Eikeloh; schwerpunktmäßig erfolgt die Wasserversorgung in Lippstadt durch das Wasserwerk Lipperbruch.


Hintergrund
Ins Rollen gekommen war der PFT-Skandal in Westfalen im Sommer 2006: Damals hatte das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn (IHÖG) erhöhte PFT-Konzentrationen in der Ruhr sowie in der Möhne gefunden und die zuständigen Behörden informiert. Die Humantoxizität (= Giftigkeit für Menschen) ist immer noch nicht abschließend geklärt. Perfluorierte Tenside (PFT) werden in der Natur nur sehr langsam abgebaut und auch in Kläranlagen nur bedingt entfernt; sie werden mittlerweile weit verbreitet in den verschiedensten Umweltmedien in Spuren gefunden. Bei PFT handelt es sich um sehr stabile Verbindungen, die u.a. bei der Oberflächenbehandlung (Galvanik), beim Imprägnieren von Textilien, bei der Herstellung von Fluorpolymeren (z.B. PTFE), bei der Papierveredelung, in Feuerlöschmitteln und in Reinigungsmitteln eingesetzt werden. PFT sind kein natürlicher Stoff, sondern das Resultat von industriellen Herstellungsprozessen. In auffälligen Konzentrationen auf die Äcker im Sauerland (insbesondere bei Brilon-Scharfenberg) kamen PFT ganz offenbar, weil sie illegal als Abfallgemisch in einem Dünger aus einer Bodenmischanlage enthalten waren, der auf die Ackerflächen aufgebracht worden war.

Über die Stadtwerke Lippstadt GmbH
Versorgt werden im Stadtgebiet von Lippstadt (ca. 70 000 Einwohner) rund 16 000 Haushalte mit Gas und Trinkwasser sowie 36 000 Haushalte mit Strom. Um die kommunale Entwässerung kümmert sich das Schwesterunternehmen Stadtentwässerung Lippstadt AöR. Die Stadtwerke Lippstadt GmbH ist zu 100 Prozent in kommunalem Besitz und gehört regelmäßig zu den bundesweiten Preisführern bei Strom und Gas.


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