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13.10.2011 - BHKW in Eickelborn nimmt Gestalt an - 17 Meter hohe Wasserspeicher installiert - Inbetriebnahme in 2012, Strom und Wärme für LWL-Kliniken

(vom 13.10.2011)

Lippstadt. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) der Stadtwerke Lippstadt in Eickelborn nimmt immer weiter Gestalt an. Nach Fertigstellung des 120 qm2 großen Gebäudes und Installation des 24 Meter hohen Schornsteins im August folgte Ende September ein weiterer optisch bemerkenswerter Bauabschnitt. Dabei wurden die beiden 17 Meter hohen Wasserspeicher angeliefert und installiert. Die Kolosse, die 150 m3 Wasser aufnehmen können, dienen dazu, überschüssige Wärme zu speichern. Für Mitte Oktober planen die Stadtwerke nun die Installation des BHKW-Aggregats. Darüber hinaus stehen Arbeiten an Anlagentechnik und Lüftungsanlagen an; Rohre und Pumpen müssen eingebaut werden. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks ist planmäßig für Ende 2011 vorgesehen. Das BHKW auf dem Areal der Stadtentwässerung soll ab dann die Klinikgebäude des LWL in Benninghausen und Eickelborn mit Wärme versorgen. Insgesamt investiert der heimische Energieversorger in das 2-MW-BHKW etwa zwei Millionen Euro.

Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Müller dazu: „Der Standort in Eickelborn bietet ideale Voraussetzungen für ein BHKW, da der Wärmeabsatz durch die Kliniken langfristig gesichert ist. Andernfalls würde so ein Projekt unter ökologischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten keinen Sinn machen." Für die LWL-Kliniken macht gerade das ausbalancierte Zusammenspiel dieser beiden Aspekte den besonderen Reiz des Projektes aus, wie Franz Josef Heiming, Sachgebietsleiter Energie, erklärt. „Das BHKW ist eine sinnvolle Ergänzung zu unserem betriebseigenen BHKW. Künftig können wir den Großteil unseres Wärmebedarfs mittels energieeffizienter Kraft-Wärme-Kopplung decken. So sparen wir kostbare Ressourcen und tun etwas für den Klimaschutz." Auch unter wirtschaftlichen Aspekten gesehen ist der BHKW-Einsatz für die Kliniken lohnenswert. „Wir können pro Jahr eine hohe fünfstellige Summe an Kosten einsparen. Dieses Geld können wir dafür in die medizinische Betreuung stecken."

Das BHKW in Eickelborn soll pro Jahr mindestens 5000 Stunden im Betrieb sein und mindestens die Hälfte des Wärmebedarfs der Kliniken decken. Diese benötigen im Jahr über vier Millionen Kilowattstunden Strom und 25 Mio. kWh Wärme, damit die 1 000 Patienten und Bewohner sowie die 1 300 Mitarbeiter nicht im Dunkeln sitzen oder frieren. Den ebenfalls im BHKW erzeugten Strom speisen die Stadtwerke ins eigene Stromnetz ein in. Dieser wird über das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz vergütet.

Neben Eickelborn hat der lokale Energieversorger bereits einen weiteren BHKW-Standort in Lippstadt im Blick: Das geplante Kombibad biete ähnlich gute Voraussetzungen, so Müller. „Der Wärmebedarf in den Wasserflächen schreit förmlich nach dem Bau eines BHKWs. Dieser Wärmebedarf besteht schließlich mehr oder weniger konstant das ganze Jahr über."

So funktioniert ein BHKW:

Vom technischen Prinzip her ist ein BHKW zunächst einmal ein Stromgenerator (im Volksmund gern „Moppel" genannt). Dieser wird in der Regel mit Gas oder Dieselöl betrieben. Doch im BHKW wird nicht nur Strom erzeugt: Die Wärme, die im Generator entsteht, wird zusammen mit der Wärme des Abgases zum Heizen verwendet. Dazu wird sie mittels Wärmeüberträger aus dem Kühlkreislauf ausgekoppelt. Die Abgase werden wie bei einem herkömmlichen Heizkessel über einen Schornstein abgeführt.

Entscheidend für die Rentabilität eines BHKW sind Gebäudegröße und Lage sowie das Wärmepotential. Größere Gebäude und Kliniken eigenen sich, sofern nicht die bereits bestehende Erdgasversorgung eine BHKW-Lösung ausschließt.

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